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Südtiroler Sanitätsbetrieb | 11.05.2020 | 16:54

„Seid sorgsam … auch und vor allem mit euch selbst!"

Der Geburtstag der Begründerin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale, wird jedes Jahr international als Tag der Krankenpflege begangen. Heuer jährt sich dieser Tag am 12. Mai zum 200. Mal. Es sollte ein ganz besonderes Jubiläumsjahr werden.

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Aus dem Feiern wird im Moment aber nichts. „Wir befinden uns im Übergang von der Phase 1 in die Phase 2 der Covid-Krise. Wurden in Phase 1 innerhalb weniger Stunden Abteilungen und Dienste zur Versorgung von Menschen mit Covid-19 aus dem Boden gestampft, so geht es jetzt darum, die übrigen Dienste und Abteilungen wieder hochzufahren“, so Marianne Siller, Pflegedirektorin des Sanitätsbetriebes.

In beiden Phasen haben sich die Krankenpfleger und -pflegerinnen auf organisatorischer, professioneller und menschlicher Ebene stillschweigend im Zusammenspiel mit allen anderen Gesundheits- und Sozialberufen den anstehenden Herausforderungen gestellt. Mehr als je zuvor erscheint ein Zitat von Nightingale aktuell: „Wenn man mit Flügeln geboren wird, sollte man alles dazu tun, sie zum Fliegen zu nutzen!“ Die Krankenpflege hat ihre Flügel wieder einmal mehr gezeigt und bewiesen, dass sie eine verlässliche und tragende Säule der Gesundheitsversorgung ist, so z.B. bei der Testung der Bevölkerung, bei der Durchführung der Prä-Triage in den Notaufnahmen, in der Versorgung der Menschen mit Covid-Verdacht in den Isoliereinheiten, in den neuen Covid-Abteilungen, in der neuen Intensiveinheit, in den Seniorenwohnheimen, in der häuslichen Versorgung. 

Als ob es der ICN, der Internationale Rat der Krankenpflege, geahnt hätte, als er das heurige Motto “Nursing the world to health” („Die Welt gesund pflegen“) ausrief – gerade in diesen Monaten und Wochen hat sich gezeigt, wieviel Bedarf an Pflege besteht. 

„Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Pflegebereich gilt mein aufrichtiger Dank und meine uneingeschränkte Anerkennung für das Geleistete“, so Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. „Sie haben sich in dieser unvermutet aufgetretenen Pandemie als kompetent, flexibel und äußerst belastbar gezeigt. Abteilungs- und Planungsgrenzen waren plötzlich aufgehoben, zum Wohl der vielen Patientinnen und Patienten sind eigene und familiäre Interessen vielfach untergeordnet worden.“ 

Doch nun brauche es auch wieder den schrittweisen Übergang zum Normalbetrieb: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen, damit sie selbst gesund bleiben, wieder verkraftbare Rhythmen, in ihrem Dienst, auf ihrer Abteilung.“

Denn die Belastungen, verbunden mit den ganz alltäglichen Schwierigkeiten, mit denen jeder von uns zu kämpfen hatte, können Spuren hinterlassen, warnt Siller: „Wir haben zwar für psychische und psychologische Unterstützung gesorgt, aber trotzdem ist der Grat in Richtung posttraumatische Belastungsstörungen schmal. Wir sind Pflegende, Heilende, Lehrende, Leitende und Fürsprechende. Um diesen wichtigen Aufgaben auch zukünftig gerecht werden zu können, ist es mir ein Anliegen, allen mitzugeben: Schaut auf euch, vergesst nicht das, was euch guttut und seid sorgsam… auch und vor allem mit euch selbst!“ 

Medien-Informationen: Abteilung Kommunikation, Tel. 0473 263806

(SF)



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